DEMENZ DINGE
→ Alltag mit Demenz neu gestalten

Das Modellprojekt Demenz Dinge wurde von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert und in Zusammenarbeit mit der Theresia-Albers-Stiftung der Katholische Pflegehilfe e.V. sowie der Folkwang Universität der Künste durchgeführt.

Das interdisziplinäres Forschungsteam umfasste neben den Social Designer*innen, Demenzexpert*innen (aus den Bereichen Altenpflege, Soziale Arbeit, Gerontologie) und zwei Soziologen.

Die Forschungsfrage lautete: „Wie kann das Leben von Personen mit Demenz und deren pflegenden Angehörigen im häuslichen Kontext durch partizipativ-gestalterische Interventionen und Designempowerment verbessert werden?“ Um die forschungsleitende Frage zu beantworten, wurde ein qualitatives Forschungsdesign mit einem Methodenkanon aus gestalterischen und sozialwissenschaftlichen Methoden entwickelt und durchgeführt.

Das Projekt gliederte sich in zwei aufeinander aufbauende Phasen. In der ersten Phase (knapp zwei Jahre) bildeten jeweils eine Gestalterin und eine Demenzexpertin gemeinsam mit Pflegepersonen ein interdisziplinäres Kompetenzteam. Diese Teams arbeiteten mit Menschen mit Demenz im häuslichen Kontext gemeinsam an der Entwicklung von individuellen Alltagshilfen, den sogenannten DemenzDingen.

Ein DemenzDing ist eine individuelle Alltagshilfe, die nicht nur für sondern mit der Person mit Demenz gestaltet worden ist. Im Projekt sind über ein Dutzend verschiedene DemenzDinge entstanden, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen und diverse Bedürfnisse adressieren und die digital oder analog sein können.

Die partizipativ-gestalterischen Prozesse zur Entwicklung der DemenzDinge wurden in Feldprotokollen dokumentiert, die eine Rekonstruktion des Entwicklungsprozesses aus der Perspektive der beteiligten Projektmitarbeiter*innen ermöglichten. Um die Sichtweise der pflegenden Angehörigen berücksichtigen zu können, wurden zudem leitfadengestützte Interviews nach dem Abschluss der Gestaltungsprozesse geführt.

In der zweiten Phase wurden die Daten der Feldphase mittels einer Qualitativen Inhaltsanalyse verarbeitet: Die so erarbeiteten Erkenntnisse wurden mitsamt einer Artefaktenanalyse der gestalteten DemenzDinge in einem weiteren Schritt in ein Schulungssystem transformiert. Das Schulungssystem ist multimedial aufgestellt und besteht aus einem Handbuch, einer Video-Tutorial-Reihe sowie einer virtuellen Demenzbegleitung (Chatbot). Die Zielgruppe umfasst dabei nicht nur die „Pflegelaien“, die eine*n erkrankte*n Angehörigen zu Hause pflegen, sondern auch professionelle Pflegende aus dem stationären und ambulanten Bereich.

Die erarbeiteten Schulungsmedien wurden der Öffentlichkeit bei der gut besuchten Abschlussveranstaltung  im Sanaa Gebäude auf Zollverein im Herbst 2022 übergeben. 

Das Handbuch war ein Jahr kostenlos auf der Website zugänglich. Um eine größere Reichweite zu erzielen, hat sich das Social Design Research Lab Team in Zusammenarbeit mit der Theresia Albers Stiftung entschieden, einen Verlag für das Buch zu suchen, um die wichtigen Erkenntnisse nachhaltig zu verstetigen.

Das Buch ‚,Alltag mit Demenz neu gestalten wird im Programm des Mabuse Verlags aufgenommen und ist dort ab dem 2. Quartal 2024 erhältlich. 


Forschungsprojekt:
Demenz Dinge

Laufzeit:
2018 – 2022

Förderung:
Wohlfahrtspflege NRW (ehemals Stiftung Wohlfahrtspflege)

In Kooperation mit:
Folkwang Universität der Künste, Essen
Katholische Pflegehilfe
Das Marienheim / Die Theresia-Albers-Stiftung

Methoden:
Designethnografie,
Qualitative Inhaltsanalyse, Designempowerment